Ziel der Zucht ist die Selektion auf eine effiziente, robuste und langlebige Sau mit vitalen und gesunden abgesetzten Ferkeln und einer guten Mütterlichkeit. Der Fokus liegt aber nicht ausschließlich auf hohe Ferkelzahlen, sondern auf eine Anzahl von Ferkeln, die problemlos von der Sau aufgezogen werden kann ohne einen hohen Arbeitsaufwand des Sauenhalters vorauszusetzten. Die Nachkommen sollen eine möglichst hohe Futterverwertung, Wachstum und Schlachtkörperqualität gewährleisten. Somit soll möglichst Effizient die bestmögliche Qualität erzielt werden.
Zur Bewertung der Futterverwertung werden bei der Selektion die täglichen Zunahmen bestimmt. Da sich Tiere, die sich durch eine hohe Futtereffizienz auszeichnen, im gleichen Zeitraum einen höheren Ansatz zeigen als ihre Artgenossen. Die Schlachtkörperqualität ist ein wichtiger Einflussfaktor für den Mäster und die weitere Wertschöpfungskette. Daher wird als Selektionskriterium die Rückenspeckdicke bestimmt. Sie steht im Zusammenhang mit dem Speckmaß bzw. Fleischmaß und dem intramuskulären Fettgehalt des Schlachtkörpers, hat einen Effekt auf die Vergütung des Schweineproduzenten und ebenfalls auf die Fleischqualität sowie den Genusswert.
Gezüchtet wird ein sehr widerstandsfähiges, langlebiges, milchergiebiges Schwein von hoher Fruchtbarkeit mit besten Muttereigenschaften ausgestattet. Es soll frohwüchsig und großrahmig sein, eine gute Futterverwertung haben sowie bei ausreichendem Muskelfleischanteil eine hervorragende Fleischbeschaffenheit aufweisen und sich für alle Haltungsformen einschließlich Weidehaltung eignen.
Ziel ist die Erhaltung und Sicherung der bedrohten Rasse des Schwäbisch-Hällischen Schweins. Es werden Schweine gezüchtet, die in Gesundheit und Vitalität sowie in Zuwachs, Qualität und Effizienz den wirtschaftlichen Erfordernissen der SH-Schweine haltenden Betriebe entsprechen. Dabei ist durch Leistungsprüfungen, Zuchtwertschätzung und zielgerichtete Selektion die Erhaltung der rassetypischen Eigenschaften sowie ein Zuchtfortschritt anzustreben.


Die Geschwister- und Nachkommenprüfung finden auf einer zugelassenen Prüfstation statt. Die Prüfung der Tiere wird unter Umsetzung der geltenden Richtlinien des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. (BRS) durchgeführt. Unter standardisierten Bedingungen werden an der Landesanstalt für Schweinezucht - LSZ Boxberg Daten der Mast- und Schlachteigenschaften erhoben.
Die Zuchtleistungsprüfung wird bei allen ins Zuchtbuch eingetragenen Sauen durchgeführt. Es werde folgende Eigenleistungsdaten der Sauen erfasst:
• Deck- und Besamungsdaten
• Geburtsdaten
• Wurfdaten
• Abort, Anomalien & Erbkrankheiten
Die Leistungsprüfung erfolgt gemäß den gültigen tierschutzrechtlichen Vorgaben sowie den Richtlinien des Bundesverbandes Rind und Schwein e.V. (BRS) durch die ZVSH oder beauftragte Personen. Die Stationsprüfungen erfolgen in einer dafür zugelassenen Prüfstation (Landesanstalt für Schweinezucht - LSZ Boxberg) zur Ermittlung der Mastleistung und Schlachtkörperwerten.
Die Feldprüfung erfolgt bei Ebern bis zu einem Erreichen von 100 kg und bei Sauen ab einem Gewicht von 70 kg. Im Rahmen der Feldprüfung findet eine Beurteilung der Lebenstagzunahmen, Rückenspeckdicke, Zitzen und des Exterieur statt. Der Phänotyp wird von erfahrenen Fachleuten bewertet, die besonders gut geschult werden um die Objektivität und Wiederholbarkeit zu gewährleisten. Die Exterieurbeurteilung ist in die Teilbereiche Rahmen, Fundament und Bemuskelung gegliedert. Der Rahmen unterteilt sich hierbei in Länge und Höhe. Das Fundament enthält Bewertungen der Hinterbeinwinkelung, -fesselung und –stellung sowie die Vorderbeistellung, Röhrbeindicke und Klauen. Die Beurteilung der Schweine erfolgt dabei in der Bewegung um mögliche Lahmheiten und auffällige Bewegungsmuster identifizieren zu können. Zudem werden Besonderheiten der Tiere vermerkt, wie Einschnürungen, Zwischenzitzen, Buckelscheck,… die zum Ausschluss aus der Zucht führen können. Zudem fließt in die Selektionsentscheidung der Geamtzuchtwert und der Zuchtwert für die Reproduktion mit ein. Zum Schluss erhalten die Sauen einen Wert für den Typ und die Eber zwei Typbewertungen. Ein so selektiertes Jungtier hat die besten Grundvoraussetzungen durch ein korrektes Exterieur viele gesunde Würfe über einen langen Lebenszeitraum zu erzeugen und Nachkommen mit hervorragenden Leistungen hervorzubringen.